Der Apple Computer 1

Meine vier originalen Apple-1 Computer werden auf dieser Webseite detailliert vorgestellt. Den Copson Apple-1 übergab ich im November 2017 dem Deutschen Museum München für Ausstellungszwecke. Diese Webseite ist ansonsten dem legendären Apple Computer 1 gewidmet. Dem allersten Computer des heute wertvollsten Unternehmens der Welt. Den Dryden Apple-1 gab ich für eine Kunstausstellung von Juli 2018 bis Februar 2019 dem ZKM Karlsruhe.

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Haben Sie irgendwelche vor 1984 hergestellten Computer anzubieten? Diskretion garantiert. Bitte nehmen Sie Kontakt mit mir auf.

Apple-1 Registry

Mike Willegal hat die Apple-1 Registry erstellt und über viele Jahre gepflegt. Im März 2018 hat Mike offiziell diese Aufgabe an Achim Baqué übertragen. Die Apple-1 Registry wird nunmehr unter Apple1Registy.com fortgeführt.

Aktualisierungen nur noch auf englischer Seite

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Apple Computer 1

Die Geschichte der Apple-1 Computer

Der Apple-1 ist der allererste Computer, der von der Firma Apple im Gründungsjahr 1976 angeboten wurde. Die Schreibweise differiert übrigens schon seit 1976. Apple gab in der Preisliste Apple-1 an, der Byte Shop schrieb Apple I. Ziemlich jeder denkbare Mix existiert seither.

Der Apple-1 war weder der erste Computer noch der erste Mikrocomputer. Aber er war in vielerlei Hinsicht einmalig und der Vorbote einer neuen Zeit. Steve Jobs hätte vermutlich gesagt, dass durch dieses Gerät eine Delle ins Universum geschlagen wurde.

Wer hätte damals gedacht, dass ein junger Ingenieur mit seinem in Heimarbeit gebauten Computer den Grundstein für ein Firmenimperium legen würde?

Steve Wozniak, der Konstrukteur des Apple-1 war einer von vielen jungen Entwicklern der 70er Jahre. Vor dem Apple-1 hatte er bereits einen Computer damals noch mit diskreter Schaltungstechnik konstruiert, der jedoch bei der ersten Präsentation durch das Missgeschick eines Journalisten in Rauch aufging. Der Journalist stolperte über die Stromleitung zum Rechner.

In den 70ern war alles für den Bau von Personal Computern verfügbar und die Welt wartete nur auf einen findigen Geist, der alles zu einem günstigen Computer zusammenfügt.

Viele glückliche Zufälle und besondere Umstände führten dazu, dass Steve Wozniak und Steve Jobs so erfolgreich wurden. Die Firma Apple hatte mit dem Apple II einen bis dahin ungekannten Erfolg mit Endkunden. Spätere Turbulenzen und das drohende Aus wurden durch Produkte wie das iPhone abgewendet und heute ist Apple das höchstbewertete IT-Unternehmen.

Das Buch "Accidentally Empire“ enthält einige spannende Geschichten.

Mikroprozessoren lerne Wozniak als Gast im Homebrew Computer Club kennen. Der Intel 8080 war ihm zu teuer und so konzentrierte er sich anfangs auf den Motorola 6800. Im Club wurde später sagenhaft günstige Prozessor 6502 gezeigt. Der Preis entschied die weitere Geschichte der Apple Computer.

Die Geschichte der Computer hätte einen völlig anderen Verlauf genommen, wäre damals die Wahl auf den von vielen Entwicklern bevorzugten Intel Prozessor 8080 gefallen.

Der preisgünstige Prozessor war ein entscheidender Schritt zum Erfolg und hohen Ertrag.

Viele Bauteile konnte Wozniak von seinem Arbeitgeber HP mitnehmen, den neuen Speicher DRAM bekam er als Muster kostenlos von Intel. Steve Jobs hatte diese Muster nur durch einen Anruf besorgt. Zuvor setzte Wozniak noch auf das übliche SRAM.

Erstaunlich ist auch, dass Steve Wozniak den Apple-1 seinem damaligen Arbeitgeber HP anbot, man aber dankend ablehnte. Auch zeigte der junge Entwickler im Homebrew Computer Club allen Mitgliedern den Apple-1 inklusive den genauen Aufbau und den Sourcecode seiner PROMs, die erst die einfache Steuerung des Computers ermöglichten. Selbst die Schaltpläne des Apple-1 gab er den Mitgliedern mit.

Die damaligen Mitglieder Homebrew Computer Club wurden das Who is Who der jungen Computerbranche. Die Keimzelle des Silicon Valley. Aus den anfänglichen 30 Mitgliedern wurden schnell über 500.

Steve Jobs arbeitete seinerzeit bei Atari. Die beiden Steve wurden Freunde. Wozniak entwickelte das Spiel Breakout und erkannte frühzeitig die Zukunft der Computerspiele. Bisher waren Spiele fest verdrahtete Schaltungen. Mikroprozessoren konnten jedoch beliebige Software laden.

Schon vor dem Apple-1 gab es zahlreiche Eigenbauten und kommerzielle Computer, an die direkt einen Tastatur und ein Monitor angeschlossen werden konnten oder die diese Komponenten bereits eingebaut hatten. Die meisten dieser Geräte waren teuer. Es gab nicht nur Computer wie den Altair 8800. Die meisten dieser Computer waren jedoch teuer.

Als 1976 der SOL-20 von ProcessorTechnology auf den Markt kam, schien die Geschichte schon besiegelt zu sein. Dieser auf Intels 8080 basierende Computer mit Leistung, Ausbaufähigkeit, Tastatur, Monitoranschluss und einem äußerst schicken Gehäuse war der Knüller.

Es kam jedoch anders. Kurz nach Veröffentlichung und Verkauf der Apple-1 arbeitete Wozniak schon am Apple II, der später zum meistverkauften Computer wurde. Aber das ist eine andere Geschichte…

Erstmals wurde der Apple-1 am 1. März 1976 im Computer Club präsentiert. Wozniak war 25, Jobs 21 Jahre alt.

Der Apple-1 brachte viele Eigenheiten mit, die ihn interessant machten. Die eigentliche Leistung ist jedoch, dass dieses erste kommerzielle Werk den Grundstein für den Apple II legte, den Steve Wozniak schon kurze Zeit später entwickelte.

Der Anfang der Firma Apple klingt wie ein Märchen. Kaum zu glauben, dass die beiden Steve zur Gründung ihres Computerimperiums einen Taschenrechner und einen VW Bus verkaufen mussten, nur um die ersten Kosten zu decken.

Rund um den Apple-1 und die Anfänge der Firma Apple ranken sich viele urbane Mythen. Unendlich viele falsche Informationen existieren und verbreiten sich durch das Internet. Viele Legenden sind auf dem besten Weg als vermeintliche Wahrheit in die Geschichte einzugehen.

Nicht nur um die Firma Apple und deren Produkte, vor allem die Person Steven Jobs gibt es viele Legenden, die nicht alle der Wirklichkeit entsprechen. Apple-1 und Apple II wurden von Steve Wozniak entwickelt, nicht von Steve Jobs.

Nur um ein weiteres Beispiel für urbane Mythen zu nennen: Der Macintosh. Viele glauben, dass dieser Computer Steve Jobs Werk ist. Steve Jobs leitete zwar das Macintosh Team zu einer gewissen Zeit und hat erstmals der Öffentlichkeit den Macintosh gezeigt. Entwickelt wurde dieser Computer von einem Team bei Apple. Der Grundgedanke des Macintosh stammt von Jef Raskin und ihm gebührt der Ruhm, der ihm leider zeitlebens vorenthalten blieb. Es war seine Vision. Er ist allerdings nur einer der Väter, denn im Laufe der Entwicklungszeit änderte sich der Macintosh grundlegend. Das Macintosh Team sowie erst im weiteren Verlauf auch Steve Jobs prägten den Computer. Und der Name Macintosh? Der Name geht ebenfalls auf den Entwickler Jef Raskin zurück, dessen Lieblingssorte Äpfel der Macintosh war.

Wer Interesse an Apple, Steve Jobs oder der Computergeschichte hat, findet ausreichend fundierte Literatur.

Man könnte sagen, ohne Steve Wozniak hätte es Apple nicht gegeben und ohne Steve Jobs wäre Apple eventuell in der Bedeutungslosigkeit versunken oder wäre vielleicht Bankrott gegangen.

Heutzutage gibt es viele frühe Computer, die wesentlich seltener als ein Apple-1 sind, aber nur wenige sind im Wert vergleichbar.

Apple-1 Besitzer sind häufig Museen oder private Sammler. Einige sammeln aus Begeisterung und zur Bewahrung der Geräte, andere sehen darin ein Investment oder Ausstellungsobjekt.

Die Sammler und Bewahrer der letzten Apple-1 entscheiden selbst und jeder bezahlt nur so viel, was es ihm wert ist. Die Frage, ob ein Preis gerechtfertigt ist oder nicht, dürfte genauso unsinnig sein, wie in anderen Sammlungsgebieten. Für seltene Autos und Kunstgegenstände werden Preise gezahlt, die vielen Außenstehenden unverständlich sind. Der Markt bestimmt jedoch den Wert. Die meisten Menschen würden für irgendeinen Gegenstand Summen bezahlen, die Dritten unverständlich sind.

Leider sind im Laufe der Zeit viele historisch wertvolle Computer verloren gegangen. Oftmals diensten die Computer als Rohstoffquelle und wurden „eingeschmolzen“, um Gold und andere wertvolle Materialien zu gewinnen. Man stelle sich vor, Tausende alte Fahrzeuge aus den Anfängen der Automobile würden eingeschmolzen, nur um ein paar Tonnen Metall zu gewinnen.


Der Apple-1 Computer

Der 1976 erschienene Apple-1 hatte nur eine sehr kurze Phase auf dem Markt der Computer und war mit Erscheinen des Apple II schlagartig völlig veraltet. Laut Aussage von Steve Wozniak wurden 200 Platinen produziert und 25 nicht bestückt. Viele Besitzer des Apple-1 nutzten ein Angebot der Firma Apple, den Computer gegen einen Apple II zu tauschen. Einige dieser eingetauschten Apple-1 wurden als Souvenir Mitarbeitern geschenkt oder verschrottet.

Sehr viele Apple-1 wurden vermutlich weggeworfen. Aus damaliger Sicht nicht ungewöhnlich. Viele frühe PC wurden weggeworfen, weil diese veraltet waren. Einen besonderen historischen oder monetären Wert hat man nicht gesehen. Andere Computer aus dieser Ära sind selbst heutzutage für Preise unter 500 Euro zu bekommen. Nur wenige wurden in Bezug auf den physischen Wert wertvoll.

Nur wenige haben eine Vorstellung, wie bescheiden die Anfänge der Person Computer waren und können kaum glauben, dass die lose Platine tatsächlich der erste Apple Computer war. Wenngleich heutige Computer vom Gehäuse befreit oft gleichermaßen bescheiden wirken. Selbstverständlich ist heutige Technik Lichtjahre voraus.

Es gibt im Internet eine unregelmäßig aktualisierte Liste der Apple-1 von Mike Willegal. Er selbst gibt an, dass ein dort gelisteter Apple-1 nicht zwangsläufig noch existiert und Einträge womöglich doppelt vorhanden sind. Vielleicht existieren zudem weitere Apple-1, die bislang der Öffentlichkeit unbekannt sind. Jedenfalls sind viele Einträge in Mikes Liste nicht verifiziert und beruhen auf Aussagen Dritter und Vermutungen. Die genaue Zahl kann niemand wissen. Es ist anzunehmen, dass tatsächlich weniger als 70 Exemplare noch existieren. Nicht wenige Insider gehen von eher 50 aus.

Über 30 Apple-1 in der Liste sind ohne eine vollständige Geschichte. Das Schicksal vieler Exemplare ist unbekannt. Die Spuren verlaufen sich.

Die Apple-1 wurden in zwei Chargen produziert, die zweite von einem anderen Mainboardhersteller. Die ältesten Exemplare, zu denen der Copson Apple gehört wurden ca. April 1976 gebaut. Die zweite Charge wurde auf einem Mainboard mit Aufdruck NTI produziert.

Das Mainboarddesign wurde durch einen Profi erledigt. Wieder durch Kontakte, die man besaß.

Es gibt unterschiedliche Aussagen, ob die ersten 50 Mainbaords bereits bestückt waren. Steve Wozniak schreibt jedoch in seiner Autobiografie iWoz, dass die Mainboards fertig gelötet mit allen Bauteilen, außer den Chips, geliefert wurden. Die Lötarbeiten der Apple-1 zeigen auch eindeutig eine industrielle Fertigung.

Die Mainboards wurden von Daniel Kottke (ein Freund von Steve Jobs) und Steve Jobs Schwester Patty mit den Chips bestückt. Für jedes Mainboard bekamen sie einen US$.

Ein berühmtes Bild zeigt die Kartons mit den Apple-1 in Pattys Zimmer.

Die Boards wurden in der Garage getestet und Steve Wozniak kümmerte sich um alle nicht korrekt arbeitenden Exemplare. Waren ein paar Exemplare fertig, fuhr Steve Jobs diese sofort zum Byte Shop und bekam Bargeld in die Hand gedrückt. Später fuhren beide Steve durch Kalifornien und verkauften einzelne Exemplare den wenigen Computerläden.

Der Apple 1 hat einige bemerkenswerte Eigenschaften. Es wurde DRAM statt der üblichen statischen RAMs verwendet. DRAM war neuer, komplizierter zu nutzen, aber deutlich günstiger.

In so genannten PROMs schaffte es Wozniak mit nur 256 Byte ein kleines Programm zu integrieren, das die Tastaturbedienung ermöglicht. Der Speicher umfasst 8 KB, was ausreichend Platz für BASIC und Programme bot. Ein Erweiterungssteckplatz wurde für das Kassetteninterface genutzt. Die 6502 CPU läuft mit 1 MHz.

Die einzelnen Komponenten wie die Chips sind nicht zwangsläufig einheitlich bei allen Apple-1. Im Laufe der Zeit wurden zudem bei vielen Apple-1 einzelne Bauteile ausgetauscht. Der Apple-1 war definitiv ein Gerät für Tüftler und Heimanwender. Steve Wozniak sah einen eigenen Bereich auf dem Mainboard vor, der für Erweiterungen und Modifizierungen verwendet werden konnte. Das nutzten viele Besitzer aus und löteten emsig an ihrem Apple-1. Diese Geräte sind damit nicht weniger ein Original und die Besitzer folgten nur dem offensichtlichen Verwendungszweck eines ziemlich experimentellen Computers. Manche Apple-1 wurden von späteren Besitzern zurückgebaut, um originaler zu erscheinen. Letztendlich liegt es im Auge des Betrachters, was original ist. Für mich bedeutet eine Modifizierung durch den Erstbesitzer keine Verfälschung, sondern macht das Gerät nur umso einmaliger. Ab welchem Grad des Austauschs von Komponenten das Gerät nicht mehr „original“ ist, dürfte eher ein akademischer Streitpunkt sein.

Ausgeliefert wurde der Apple-1 als reine Computerplatine ohne Gehäuse und Peripherie. Ein Gerät für Tüftler und rein für den Heimbereich.

Optional gab es für 75 US$ ein Interface für Kassettenrekorder, das in den freien Slot gesteckt wurde. Auf Kassetten gab es Basic und Spiele. Wer andere Anwendungen nutzen wollte, musste sich diese selbst programmieren. Kein Computer für den Massenmarkt.

Dieses Kassetteninterface wurde ebenfalls von Wozniak entwickelt.

Das Laden von Programmen über einen Kassettenrekorder konnte recht mühsam sein. Sonderlich zuverlässig war der Datentransfer nicht. Erst später erkannte man, dass der Austausch eines 10nF Kondensators gegen einen 100nF Kondensator erheblich bessere Verbindungseigenschaften zur Folge hatte.

Als Monitor genügte ein üblicher Fernseher.

Die ersten 50 Exemplare verkaufte der Byte Shop, der erst Dezember 1975 in der Bay Area durch Paul Terrell eröffnet wurde. Paul Terrell lernte die beiden Steve im Homebrew Computer Club kennen und Steve Jobs bot ihm den Apple-1 an. Paul Terrell war visionär und wollte einen komplett zusammengebauten Computer für kleines Geld anbieten. Erst später musste Paul Terrell bemerken, dass ein kompletter Computer in Steve Jobs Augen die bestückte Platine bedeutete. Tastatur, Kassetteninterface und Kassettenrekorder mussten hinzugekauft werden.

Diese Art kompletter Computer gab es dann wenig später mit dem Apple II, der nach dem SOL-20 von ProcessorTechnology für Furore sorgte.


Begehrlichkeit und Wert

Apple-1 Computer waren schon immer bei Museen und Sammlern begehrt. Seit 2010 stiegen die Preise in die Höhe. Der dem Computer zugemessene Wert richtet sich zumeist nach dem Zustand und dem Begleitmaterial wie Handbücher usw.

Generell gilt bei historischen Computern dieselbe Regel wie bei allen anderen Sammlerstücken: Das Objekt ist genau so viel wert, wie irgendwer bereit ist, dafür zu bezahlen.

Zwischendurch gab es immer wieder einzelne Exemplare, die ohne ersichtlichen Grund plötzlich weit unter den Preisen vergleichbarer Exemplare gehandelt wurden.

Schnell wie der Wind verbreiten sich dann Gerüchte „der Hype wäre vorüber“. Auf diesen Zug springen dann viele auf. Meistens muss nur ein paar Monate gewartet werden und siehe da, wieder werden Rekordpreise gezahlt. Eine jede Auktion bietet Raum für Spekulationen und ist eine Glückssache. So manches seltene Exemplar wechselte für erstaunlich niedrige Gebote den Besitzer. Bei anderen Auktionen bekämpften sich zwei Bieter, bis der Preis astronomische Höhen erreichte.

Anfang 2017 wurde ein Apple-1 zu einem vergleichsweise ausgesprochen niedrigen Betrag versteigert. Wie üblich, gab es vorschnelle Berichte und jeder schien ein Experte zu sein, der das Ende der hochpreisigen Ära meinte zu sehen. Innerhalb der darauffolgenden Monate wurden gleich mehrere Apple-1 versteigert, die den vierfachen Betrag einbrachten, obwohl diese Geräte in einem schlechteren Zustand waren.


Die Zukunft

Die Zahl der Apple-1 ist endlich. Ein Museum, das einen Apple-1 sein Eigen nennt, wird sich nur ausgesprochen selten von solchen Exponaten trennen. Dazu kommen Unternehmen, die gerne ein markantes Ausstellungsstück für die Firmenzentrale suchen. Usw.
Immer mehr private Sammlungen erreichen gewaltige Dimensionen und oft wird der Apple-1 als fehlendes Puzzlestück gesucht.
Was die Öffentlichkeit mitbekommt, stellt nur einen Teil des Handels mit Apple-1 dar. Üblicherweise werden nur Auktionen publik und selbst Auktionen verlaufen oftmals ohne Aufsehen. Viele Apple-1 Besitzer kennen sich untereinander.
Es ist unwahrscheinlich, dass diese Computer langfristig nicht noch teurer gehandelt werden. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis.

Geschichte des Copson Apple-1

Copson Who?

36 Jahre lang war der Apple-1 in den Händen des Erstbesitzers Joey Copson. Einem ehemaligen Mitarbeiter der Firma Apple. Joey Copson (Joseph Charles Copson) war als Senior Softwareengineer beschäftigt. Zuvor arbeitete er bei Atari und wirkte später an Cray Supercomputern mit. Ein Talent.
Joey Copson war der Programmierer, der das Spiel Star Raiders für den Atari 5200 entwickelt hat. Laut einiger Aussagen das zweitbedeutenste Computerspiel aller Zeiten.
Joey Copson kaufte den Apple-1 neu direkt vom Byte Shop in San Jose. Der Byte Shop war ein junger Computerladen, der als erster einen Apple anbot. Alle ersten Apple-1 wurden hier verkauft.
Als 1977 Apple den Besitzern der Apple-1 gegen Aufpreis den Umtausch zu einem Apple-1 anbot, soll Joey Copson gesagt haben „No. I’m not going to. I don’t care, I’m keeping the Apple-1“. Ein Glücksfall, denn viele Apple-1 endeten bei Apple und wurden bis auf Exemplare, die Mitarbeiter als Souvenir mitnehmen durften, verschrottet.
Joey Copson hatte den Apple-1 über all die Jahre in einem Schrank seiner Mutter eingelagert.
Copson diente vor seiner Arbeit bei Apple im Vietnamkrieg und verstarb am 5. März 2003.
Bob Luther, der Autor des Buches The First Apple, erwarb den Computer. 2015 wechselte das seltene Exemplar bei einer Auktion vorerst letztmalig den Eigentümer. Ab Dezember 2017 ist der Copson Apple-1 im Deutschen Museum München als Dauerleihgabe zu sehen.


Der Computer

Der Zustand ist ausgezeichnet und die Originalbauteile sind in gutem Zustand.
Der Prozessor ist wie üblich ein MCS 6502 in der sehr begehrten weißen Keramikausführung. Corey Cohen, der viele Apple-1 inspiziert hat, arbeitete auch am Copson..
Der Apple-1 ist voll funktionstüchtig, was auf nur wenige Exemplare zutrifft. Letztmals wurde der Computer 2015 durch Corey Cohen eingeschaltet, was auf Video festgehalten ist.
Der Besitzer hat keine Modifizierungen vorgenommen und abgesehen von üblichen Alterserscheinungen sieht der Apple-1 noch immer wie neu aus. Der Staub wird absichtlich nicht entfernt.
Auf der Rückseite des Apple-1 ist per Hand die Nummer 01-0022 notiert. Viele Theorien gibt es bzgl. dieser scheinbaren Seriennummer. Der für über 900.000 US$ an das Henry Ford Museum gegangene Apple-1 hat die Nummer 01-0070, viele andere Apple haben überhaupt keine Nummer. Niemand kann heute mehr sagen, wer diese Nummer auf den Boards notierte und wofür.
Außerdem befindet sich ein runder Stempel mit der Zahl 7 auf der Rückseite der Platine.
Eine Theorie besagt, dass es sich um eine Inventarnummer des Byte Shops handelt.
Die Byte Shop Theorie erscheint plausibel. Blieb stets nur die Frage, wieso dann Nummern größer 50 existieren? Mike Willegal hat in seinem Blog eine Erklärung gefunden. Data Domain Computer hatte direkt beim Byte Shop Apple-1 Computer gekauft. Hierzu befragte Mike Thom Hogan. Data Domain Computers hatte seinerzeit eine praktische Anwendung gefunden. Eine war beim Kentucky Derby.
Der Verkauf der Apple-1 an Data Domain Computers durch den Byte Shop erklärt die höheren Nummern hinlänglich.
Es gibt auf jeden Fall Computer, deren handgeschriebene Nummer größer als 50 ist, aber dennoch vom Byte Shop verkauft wurden. Das ist kein Wiederspruch. Beim Verkauf der Apple-1 an Data Domain Computer wurden wahrscheinlich einfach ein paar Computer aus dem Lager genommen und warum sollte dabei jemand auf eine aufsteigende Reihenfolge der Nummern achten?
Das optionale Cassette Interface ist ebenfalls im Original vorhanden.
Ein Blick in Mike Willegals Apple-1 Registry zeigt, dass dieser Computer etwas Besonderes ist. In dieser Liste steht der Copson unter #31, einer willkürlichen Nummerierung.


Das Gehäuse

Apple-1 wurden ohne Gehäuse geliefert. Das war nicht unüblich. Es oblag den Käufern, wenn gewünscht ein Gehäuse zu suchen. Erst später gab es einen Hersteller von Holzgehäusen, das jedoch nur sehr wenige Abnehmer fand.
Erst später bot der Byte Shop Gehäuse aus Holz an. Die ersten 50 Apple-1, zu denen der Copson vermutlich gehört, existieren daher zumeist ohne Gehäuse oder mit Eigenbauten.
Das Gehäuse des Copson Apple-1 ist absolut einmalig. Im englischen clam shell (Muschelschale) wegen der ungewöhnlichen Form genannt. Das Gehäuse wurde seinerzeit vom Byte Shop verkauft und stammt wie der Computer aus dem Jahr 1976. Joey Copson hat in Handarbeit eine originale Datanetics ASCII Tastatur mit Produktionsdatum 2. Juni 1976 eingebaut. Wahrlich eine Hobbyarbeit und voller Retrocharme. Im Gehäuse fanden neben der Tastatur das Mainboard und das Netzteil Platz.
2015 hat Corey Cohen die Tastatur komplett gereinigt und geprüft.
Ein Monitor und ein Kassettenrekorder gehörten mit zur eBay Auktion.


Erwerb durch jetzigen Eigentümer

2015 tauchte ein Apple-1 bei eBay. Die Seltenheit und die historische Bedeutung führen dazu, dass diese Computer ausgesprochen kostspielig sind. Für viele Sammler der heilige Gral und dann noch ein derart geschichtsträchtiges Exemplar in sehr gutem Zustand!

Ein Teil des Auktionserlöses ging zudem an eine Organisation, die Opfern von ALS helfen. Ein Angestellter von Bob Luther war an ALS erkrank. www.als.org

Die Entscheidung zu bieten:

  • Die Sache dient wohltätigen Zwecken.
  • Der Apple-1 hat einen besonderen Stellenwert und ist historisch ausgesprochen bedeutend.
  • Es ist der Traum der meisten Sammler alter Computer. Nur das Board in der Hand zu halten und die Geschichte der Computer und von Apple Revue passieren lassen, stellt für jeden ernsthaften Sammler etwas Besonderes dar.
  • Der Computer könnte später einem Museum überlassen werden, damit die vielen Technikbegeisterten und Apple-Fans den Apple-1 sehen können. Im November 2017 war es dann auch soweit und diese Idee wurde in die Tat umgesetzt.

Nach dem Kauf sah ich keinen Grund, in die Öffentlichkeit zu gehen. Anfragen zu Interviews wurden abgelehnt und Bob Luther verriet den Namen des Käufers nicht. In aller Stille sollte der Computer später einem Museum übergeben werden. 2017 gelangte mein Name jedoch gleich mehrfach zufällig in die Presse. Die daraufhin folgenden vielen Kontakte innerhalb der Sammlerszene und zu Auktionshäusern stellten sich als Glücksfall heraus.


Überführung nach Deutschland

Der Apple-1 wurde von mir direkt bei Bob Luther in Alexandria / Virginia abgeholt. Zuvor fuhr Bob mit mir zum Flughafen zur Klärung von Details. Die Airline und Flughafensicherheit hatte ich zuvor schon befragt, ob Einwände gegen die Mitführung von Computer und Monitor bestehen.
Am Flughafen Dulles staunte die Security nicht schlecht. Alles verlief sehr freundlich und professionell.
Monate vor der Übergabe hatte ich schon beim Zoll angefragt und im Verlauf mit einer sehr netten Dame aus Berlin gesprochen, die häufig mit seltenen Sammlergegenständen betraut ist.
Laut ihrer Aussage hat der Zoll ein bis dahin für Computer jeglicher Art einmaliges Dokument ausgestellt. Oftmals schaffen es viele alte und seltene Gegenstände, von denen man es in jedem Fall erwarten würde nicht, eine solche Bescheinigung zu erhalten.
Das Dokument wurde im Namen der Europäischen Gemeinschaft am 3. Juli 2015 ausgestellt.
Zitat: Die Ware[sic] ist als „Sammlungsstück von geschichtlichem/völkerkundlichem Wert“ einzureihen.
(Grund für sic: Der Copson Apple 1 ist damit gemeint und nachfolgend im Zolldokument so gekennzeichnet)
Nach der Landung in Frankfurt war niemand vom Zoll bei den Gates. Über Telefon konnte man den Zoll kontaktieren. Ich wurde abgeholt und beiläufig gefragt, ob sich der Weg gelohnt hätte und der zu einzuführende Gegenstand auch über 1.000 Euro wert sei.
Die Einfuhrumsatzsteuer muss ich bar gezahlt werden. Die Zollbeamten waren hilfsbereit und verständnisvoll. Es war klar, dass ich das Gerät nicht beim Zoll belassen wollte, um später erneut nach Frankfurt zu kommen. Es dauerte eine Weile und einiger Papierkram war zu erledigen. Nach ein paar Stunden vor Ort konnte ich den Apple-1 mitnehmen.
Ich durfte dann doch überweisen, der Computer musste jedoch im Transportkoffer mit einer Plombe versehen versiegelt eingeschlossen sein. Es wäre auch seltsam gewesen, dass jemand freiwillig etwas zur Verzollung angibt und dann nicht zahlt. Diese Plombe durfte erst nach schriftlicher Bestätigung des Geldeingangs durch den Zoll entfernt werden.
Der Computer war korrekt eingeführt und die Einfuhrumsatzsteuer bezahlt.
Im Kölner Raum ergatterte ich das letzte verfügbare Schließfach in entsprechender Größe.
Am 8.11.17 wurde der Copson Apple-1 aus seinem dunklen Gefängnis einer Kölner Bank befreit und trat am 13.11.17 seine vorerst letzte Reise ins Deutsche Museum München an. Derzeit gibt es keine Pläne, wie lange der Computer im Museum bleibt, aber ein paar Jahre oder vielleicht 10 Jahre sollen es schon sein.



Ausstellung im Deutschen Museum München

Schon kurz nach dem Kauf war die Idee geboren, den Apple-1 einem Museum zur Ausstellung zu überlassen. Vorerst verschwand der Apple-1 wie so viele Geräte in einem Banksafe.
Viele Computerenthusiasten, nicht nur Fans der Marke Apple, würden gerne einen originalen Apple-1 sehen, so ging es mir selbst. In Deutschland war das bisher nur in einem Museum möglich. Es gibt heutzutage viele gute Nachbauten, aber wie mit allen historischen Gegenständen ist es etwas anderes, vor einem Replikat oder einem Original zu stehen. Authentizität begeistert einfach.
Nicht nur für Sammler, sondern auch viele technisch interessierte Menschen, gilt in Sachen Mikrocomputer der Apple-1 als heiliger Gral.
In 2015 schrieb ich das Deutsche Museum München an und bot den Apple-1 als Leihgabe für die Ausstellung an. Eine solche Leihgabe ist ohne Vergütung.
Das Deutsche Museum war meine erste Wahl, obwohl es zahlreiche Angebote anderer Museen gab, vornehmlich aus den USA. Das Deutsche Museum München das größte naturwissenschaftliche Museum der Welt. Als Jugendlicher wohnte ich öfters für einige Wochen bei meiner Großmutter im schönen München und besuchte immer wieder das Deutsche Museum. Für jeden Technikbegeisterten ist das Museum ein Paradies. Diese jugendliche Schwärmerei für die Ausstellung dieses Museums und die hohen Besucherzahlen war letztendlich ausschlaggebend.
2017 war es dann soweit und Details wurden besprochen. Ich freue mich, dass nunmehr eine große Zahl Besucher ein sehr schönes Exemplar mit einem der ungewöhnlichsten Gehäuse aus dem Jahr 1976 besichtigen kann.
Die Übergabe erfolgte am 14. November 2017 mit der Zuse 4 im Hintergrund. Das ist exakt die Stelle, an der Steve Jobs persönlich einen Macintosh dem Museum 1985 übergab.
Ab Dezember 2017 ist der Apple-1 dann in der Abteilung Mikroelektronik permanent ausgestellt.
Warum ausgerechnet das Deutsche Museum München? Es gab einige Museen, die sich für den Apple-1 interessierten. Das Deutsche Museum München ist nicht nur das größte technische Museum, sondern beeindruckte mich schon in meiner Kindheit. Meine Großmutter besaß am Englischen Garten ein Haus und immer wieder machte ich mich von dort aus auf den Weg ins Museum. Ein wenig Nostalgie und Kindheitserinnerung spielten mit eine Rolle.
Nur wenige Apple-1 sind in europäischen Museen zu sehen.
Sehr viele Fragen bzgl. der Leihgabe des Apple-1 an das Museum drehen sich um Geld. Für die Leihgabe wurde und wird dem Leihgeber nichts bezahlt. Auch die Anlieferung etc. wurden vom Leihgeber bezahlt. So etwas ist nicht Sache des Museums. Museen sind nicht der Sammelplatz für Spekulanten. Wer z.B. mit einem Computer Geld verdienen möchte, sollte sich an die Auktionshäuser wenden. Museen nehmen Objektspenden an, sind aber auch kein Recyclinghof. Das Objekt muss für das Museum interessant sein, der Platz muss vorhanden sein usw. Nur sehr selten wird ein Objekt als Leihgabe akzeptiert. Der Aufwand für die Museen ist enorm. Es gibt viele Leute, die gerne einen Apple-1 bestauenen würden. Mir jedenfalls ging es darum, dass der Apple-1 genau für dieses Publikum ausgestellt wird. Wollte ich alles versilbern, wäre der Computer versteigert worden. Enorme Beträge wurden schon geboten.


Geschichte des Dryden Apple-1

2017 wurde ein Apple-1 vom Erstbesitzer über eine Auktion angeboten. Der Computer wurde 1976gekauft. Sogar eine Kaufquittung existiert noch. Der Käufer wohnte in der Bay Area nur eine Fahrstunde entfernt vom legendären ersten Byte Shop. 41 Jahre lang war der Computer in erster Hand.

Mit dabei waren eine Tastatur in einem wunderschönen Holzgehäuse aus 1976, diverse Kassetten aus 1976, originale Manuals und ein 19 Zoll Gehäuse, in das der damalige Besitzer den Apple-1 eingebaut hatte.

Wie so oft, ein einmaliger Apple-1, der sich sofort durch sein Gehäuse und die Tastatur im Holzgehäuse aus „der Masse“ hervorhebt.

Hinzu kommt ein Schriftwechsel mit der Firma Apple, der ebenfalls einmalig sein dürfte. Apple bot 1977 allen Besitzern eines Apple-1 gegen Zuzahlung den Tausch gegen einen Apple II an. Ein trade-in.

Auf dieses Angebot wollte der Erstbesitzer 1979 zurückgreifen, aber niemand erinnerte sich bei Apple mehr an dieses Angebot, weshalb dieser schöne Apple-1 erhalten blieb.

Auf der Rückseite befindet sich ein runder Stempel mit der Zahl 7. Handgeschrieben ist die Nummer 01-0073 auf der Rückseite. Bzgl. Theorien zu dieser Nummer sind beim Copson Apple-1 weitere Infos vorhanden.

Der Erstbesitzer hat, wie so viele Besitzer eines Apple-1, Modifikationen vorgenommen, so dass z.B. mehr RAM genutzt werden konnte.

Alle Bauteile sind original wie 1976 ausgeliefert. Das ist nur selten der Fall. Oft mussten Bauteile ausgetauscht werden oder Mainboards wurden sogar erst Jahrzehnte später bestückt. Lediglich 2 IC Sockel hat der Erstbesitzer ausgetauscht.

Originale aus 1976 als Ersatz sind vorhanden. Für mich ist dieser Apple-1 aber mit den Modifikationen im Originalzustand. Schließlich war der Apple-1 ein Homecomputer, der vornehmlich Bastler ansprach.

Jeder Apple-1 hat eine so genannte Prototype Area. Hier konnten Komponenten eingelötet werden, was viele Besitzer nutzten. Die beim Dryden Apple-1 hinzugefügten Komponenten und die zusätzliche Verdrahtung zeigen das tiefe Verständnis des Besitzers über diesen Computer.

Viele aktuelle Apple-1 Besitzer haben die durch Erstbesitzer vorgenommenen Änderungen und Erweiterungen zurückgebaut, damit der Computer „originaler“ aussieht. Viele Sammler, Experten und Museen sehen das anders. Diese Änderungen gehören zur Geschichte des Gerätes und tragen zur Authentizität bei. Sollte ich diesen Apple-1 einmal weitergeben, obliegt es dem neuen Eigentümer, selbst zu entscheiden.

Nach 30 Minuten Arbeit würde der Apple-1 aussehen wie frisch aus der Verpackung. Für mein Empfinden gehören diese zusätzlichen Komponenten geschichtlich zu dem Objekt und tragen zu seiner Authentizität und Einmaligkeit bei.

Auf einigen Bildern ist ein zusätzlicher Elektrolytkondensator huckepack auf einem originalen Elko zu sehen. Das sind alte Bilder. Der Erstbesitzer entfernte dieses zusätzliche Bauteil, was die Funktionstüchtigkeit nicht beeinträchtigt.

Der Zustand dieses Apple-1 ist sehr gut. Es gab einige Stimmen, die sich bzgl. dieses Apple-1 äußerten, ohne diesen Apple-1 selbst in Händen gehabt zu haben. Würde alles zurückgebaut, wäre dieser Apple-1 in den Augen solcher Betrachter ein herausragendes Exemplar. Museen und viele Sammler sehen solche Rückbauten durchaus kontrovers.

Alles ist in sehr gutem Zustand und der Computer funktioniert noch. Der Apple-1 wurde im Vorfeld der Auktion durch Herrn Rudolf Brandstötter getestet. Herr Brandstötter, der selbst zwei Apple-1 sehr erfolgreich versteigert hat, ist neben Corey Cohen einer der Experten, durch deren Hände bereits viele Apple-1 gingen. Für die Auktion wurde er eingeschaltet und getestet.

Im November 2017 fanden weitere erfolgreiche Tests mit diesem Apple-1 statt.


Der Erwerb

Die Auktion war in jeder Hinsicht ungewöhnlich und durch sehr, sehr viel Glück war der Kaufpreis (gemessen an anderen Apple-1) sensationell niedrig. Die Auktion fand in meiner Nähe stand und eigentlich war ich nur anwesend, um ein wunderschönes Raketentriebwerk als Objekt für mein Büro zu kaufen. Der zu erwartende Kaufpreis des Dryden Apple-1 war sehr hoch. Vorab hatte ich mir den Apple-1 allerdings persönlich im Auktionshaus angesehen und was ich sah, gefiel mir sehr. Die Auktion startete und sofort war das erste Gebot da. Dann geschah lange nichts und die Auktion stockte ungewöhnlich. Als der Auktionator „zum ersten, zum zweiten, zum“ rief, hob ich reflexartig meine Bieterkarte. Sofort waren Fotografen zur Stelle. Wieder verging ungewöhnlich viel Zeit. Zwischenzeitlich überlegte ich mir ein Maximalgebot. Sensationell kam kein weiteres Gebot.

Nach der Auktion hatte ich zufällig Kontakt zu zwei Interessenten, die aus diversen Gründen kein Gebot während der Auktion abgegeben haben, mir aber enorme Summen nannten. Viele Besitzer verkaufen ihren Apple-1 schon nach kurzer Zeit und betrachten das historisch wertvolle Gerät als Anlagevermögen. Meine Apple-1 möchte ich jedenfalls vorerst behalten.

Schnell gab es Unkenrufe und vorschnelle Aussagen, ohne die Hintergründe für den geringen Erlös zu kennen. Alle hohen Preise wären nur einem Hype um Steve Jobs geschuldet und das wäre jetzt vorbei.

Alle sollten schnell eines Besseren belehrt werden! Es passierte das Gegenteil.

Noch im selben Jahr 2017 wurden einige Apple-1 in deutlich schlechterem Zustand für den drei- bis vierfachen Preis versteigert. Zudem wurden einige Apple-1 auf dem privaten Markt angeboten und nichts war unter 350.000 US$ mehr zu machen.

Bald nach der Auktion bekam ich ein erstes Angebot, das im mittlerweile üblichen Preisbereich lag. Aber wie gesagt, ich bin froh, diesen Computer zu besitzen und möchte ihn nicht zu Gold machen. Meinen ersten Apple-1 habe ich bereits einem Museum, dem Deutschen Museum München zu Ausstellungszwecken gegeben.

Immer mehr Apple-1 gelangen in Museen. Hinzu kommen Sammler, die wahrscheinlich zeitlebens den Apple-1 nicht mehr hergeben.

Entsprechend schwieriger und kostspieliger wird der Erwerb werden. Ausnahmen und für den Käufer Glücksfälle wird es immer geben.

Vorerst liegt dieser Apple-1 in einem Banksafe. Der Dryden Apple-1 soll entweder in ein eigenes Museum, eine eigene (Wander-)Ausstellung oder ein großes Museum gehen.


Ausstellung im ZKM Karlsruhe, Germany

Für 7 Monate ist der Apple-1 (#14 in der Apple-1 Registry) in der Kunstausstellung in Karlsruhe vom 14 Juli 2018 bis 10 Februar 2019 zu sehen. www.zkm.de „Kunst in Bewegung. 100 Meisterwerke mit und durch Medien.“

Alles wurde im Juni per Spezialtransport und extra angefertigter Kiste abgeholt. Ein paar aktuelle Bilder sind in der Apple-1 Registry www.Apple1Registry.com hinzugekommen. Weitere folgen. In der Ausstellung werden die Hauptplatine, der Kassettenadapter und die Tastatur im Holzgehäuse zu sehen sein.

Der Apple-1 ist funktionstüchtig und unangetastet mit allen historisch wertvollen Ergänzungen, die der erste Besitzer 1976 hinzufügte. Auch wurde das Board nicht auf Hochglanz poliert. Oft werden diese Änderungen durch andere Änderungen des ersten Eigentümers leider entfernt. Diese Änderungen waren jedoch oft notwendig, wie hier. Der erste Besitzer hat Inverter ICs hinzugefügt, um eine Tastatur anzuschließen, die so nicht kompatibel war. Außerdem hat der Eigentümer 1976 zwei Sockel getauscht. Mit dem ersten Eigentümer habe ich eine rege Konversation und so konnte ich die Geschichte dieses Computers sehr gut festhalten.

History of the Duston-2 Apple-1 (nur englische Version verfügbar)

This Apple-1 and a second one were sold by Adam Duston to David Larsen in August 1996.

The acquisition

To the lovely Larsen’s (David and his wife) I have a very good contact. In 2015 he invited me to stay at his home in Virginia and we talked for almost two days. Eventually je offered me to buy his whole collection including four Apple-1. His little museum was impressive and even more his huge barn full of rare computers. At this time, I was pretty busy and the offer was a surprise. After calling David to buy the whole collection including all four Apple-1, Lonnie Mimms (Computer Museum of America in Roswell/GE) already took all but two Apple-1. Between 2015 and 2018 many other rare computers were added to my collection and I didn’t think about David’s last two Apple-1 much. We just exchanged some E-Mails. David sold in 2017 one of his remaining Apple-1 in an auction. In spring 2018 I visited Lonnie Mimms in Roswell/GE and had a look to his upcoming huge museum and met David again. We talked a lot about everything and the upcoming auction of his last Apple-1. Corey Cohen wrote a condition report and did some restoration work as well. Corey and I talking from time to time about Apple-1 computer. In 2018 I bought his last one in a private deal after auction. David had some offers even higher than my offer but luckily, he sold it to me. I visited David and his lovely wife to pick-up the Apple-1 and they invited me stay in their home in Virginia again. We had a wonderful time and I am now the new owner of this piece of history.

Fourth Apple-1 (nur englische Version verfügbar)

Early 2018 I got contact to an owner of a very special, wonderful and really priceless Apple-1 just by chance. Negotiations took more than three month and I visited the owner in the USA (which was fun by the way). Eventually it was possible to acquire this Apple-1. But I had to promise not to publish any information about it nor to put it on display until a specific point in the future. I even signed an NDA. Sounds mysterious? Yes, I know. I am very happy to own this Apple-1 and will respect the wish of the former owner. It is now in Germany in a bank safe. Hopefully it will be on display in the future. This information is only for showing that there is another Apple-1 existing. It is now the masterpiece of my collection.